JUBILÄUM Chöre der „Heiterkeit“ Annerod hatten zum erfrischenden Konzert zum 125. Geburtstag eingeladen / „Opera et cetera“ mit singendem Ex-Chorleiter gefielen

ANNEROD – (elo). Mit einem Jubiläumskonzert im Bürgerhaus feierte die „alte Dame“ Heiterkeit ihr 125-jähriges Bestehen am Wochenende. Viele hat der Gesangverein in dieser Zeit kommen und gehen sehen, so die Vorsitzende Petra Diekel in ihrer Begrüßungsrede, und „dabei auch so manchen Chorleiter überlebt“. Der „Heiterkeit“ habe man regelmäßig eine Frischzellenkur verordnet, worauf sich das Anstoßen allemal lohne, betonte Diekel. Der Jubiläumsabend unterstrich diese Aussage mit seinen Darbietungen eindrucksvoll.

Die angekündigten „Evergreens und Ohrwürmer“ trafen sichtlich den Geschmack des Publikums, das viel applaudierte und auch gerne mitklatschte. Für Begeisterung sorgten nicht nur die Chöre der „Heiterkeit“, sondern auch die Gruppe „Opera et cetera“. Die jungen, professionellen Opernsänger unter der Leitung und Mitwirkung des bekannten Tenors Keith Ikaia Purdy brachten anspruchsvolle Auszüge aus Oper, Operette und Musicals zu Gehör. Dr. Georg Hilfrich, ein ehemaliger Chorleiter der „Heiterkeit“, zählt dabei zu den Mitwirkenden der Profi-Formation.

Für „Opera et cetera“ bildete der Abend eine Art „Vorstellungsgespräch“, das insbesondere Tenor Keith Ikaia Purdy von der Wiener Staatsoper über die Metropolitan-Opera nach Annerod führte. Zum Repertoire der hochkarätigen Gäste zählten unter anderem das Freundschaftsduett aus „Don Carlos“, die „Student Serenade“ von Sigmund Romberg in der Urfassung mit drei Stimmen, „Habanera“ aus der Oper „Carmen“, ein Terzett („Tom, Dick or Harry“) aus „Kiss me Kate“ nach der Shakespeare-Vorlage „Der Widerspenstigen Zähmung“ und „Mehr will ich nicht von dir“ aus dem „Phantom der Oper“. Auch „Tonight“ aus der „West Side Story“ (Leonard Bernstein) war zu hören. Ohrwürmer der Moderne trug das jüngste Chorkind der „Heiterkeit“, der Jugendchor „Soundscapes“ (Leitung Peter Damm), vor. Nach „Mighty to save“, einem christlichen Popsong, sangen die Jugendlichen „Call you home“ sowie „Book of Love“ und damit wohl eines der schönsten modernen Liebeslieder. Mit „Barbara Ann“ lud „Soundscapes“ das Publikum abschließend zum Mitmachen ein.

Der Gemischte Chor „ChorColores“ (Leitung Martin Gärtner) hatte im Vorfeld des Konzertes seine drei meistgewünschten Titel per Schlagerliste ermittelt. Dementsprechend kam das Publikum in den Genuss von „Rote Lippen soll man küssen“, „Kriminal Tango“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

„ChorColores“ traten im zweiten Programmteil außerdem gemeinsam mit „Opera et cetera“ auf. Dabei kamen unter anderem das Wolgalied, „Lippen schweigen“ und „Libiamo“ zu Gehör.

„Inspiration“, der dritte Chor der „Heiterkeit“, setzte unter der Leitung von Martin Gärtner das Stück „Africa“ nicht nur stimmlich, sondern auch visuell in Szene.

Bürgermeister Stefan Bechthold bezeichnete den Gesangverein in seinem Grußwort als wichtigen und unverzichtbaren Kulturträger, einen musikalischen Botschafter der Gemeinde, ohne den die Gesellschaft um einiges ärmer wäre. Günther Herzberger (Hessischer Sängerbund) sagte, der Name „Heiterkeit“ sei Programm des Vereins und lobte darüber hinaus das festliche Auditorium. Auch Daniel Rac vom Sängerkreis Gießen war gekommen.

Zum Abschluss waren noch einmal alle musikalischen Akteure des Abends mit „Time to Say Goodbye“ zu hören.

 

Bericht Giessener Anzeiger: Eva Lorenz